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Klassentreffen - SHS - Sven Hildebrandt schreibt...

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Klassentreffen – Die Tafel des Vergessens

Worum geht es?
Manche Orte verlieren ihre Erinnerungen nie. Sie verrotten nicht. Sie warten nur.
Dreißig Jahre sind vergangen, seit die Klasse 10e die Schule verlassen hat. Dreißig Jahre, in denen das Schweigen wie eine schwere Decke über den Ereignissen von damals lag. Als Jan-Hendrik zu einem exklusiven Klassentreffen in die abgelegene Gaststätte „Alte Schleuse“ einlädt, folgen sie alle seinem Ruf. Aus Pflichtgefühl. Aus Neugier. Oder aus Angst. Sie haben Karrieren gemacht, Familien gegründet und die Vergangenheit tief vergraben. Glauben sie zumindest.
Doch schon beim ersten Gang beginnt die sorgfältig aufgebaute Fassade zu bröckeln. Alte Machtverhältnisse kehren zurück. Verdrängte Erinnerungen drängen an die Oberfläche. Und immer wieder fällt derselbe Name: Florian Meyer.
Damals, im Herbst 1994, gab es einen Projekttag im Hochmoor. Einen schmalen Bohlenweg. Einen Lehrer, der Gemeinschaft mit Härte verwechselte. Und eine Klasse, die lernte, wie leicht man einen Menschen zurücklassen kann.
Mit jeder Stunde wird deutlicher, dass dieses Treffen keinem Zufall folgt. Jemand will, dass sie sich erinnern.
Ein atmosphärisch dichter psychologischer Thriller über Schuld, Gruppendynamik und die Gewalt des Wegsehens - Denn das Moor vergisst nichts.

Wie „Klassentreffen“ entstand
Wenn ein neues Buch das Licht der Welt erblickt, werde ich oft gefragt:
„Sven, wie viel von dir selbst steckt eigentlich in dieser Geschichte?“

Bei meinem psychologischen Thriller „Klassentreffen – Die Tafel des Vergessens“ ist die Antwort darauf besonders spannend. Denn obwohl die Geschichte düster, beklemmend und voller Abgründe ist, nahm sie ihren Anfang in Erinnerungen, die eigentlich durchweg positiv sind.

Ein Foto, ein Poesiealbum und eine Trauerfeier
Die Idee zu diesem Buch kam nicht über Nacht. Sie schlummerte in Kisten und alten Erinnerungsstücken, die mir in den letzten Jahren immer wieder in die Hände gefallen sind. Da war zum Beispiel ein Foto von unserem letzten Schultag. Wir hatten damals auf einer großen Sperrholzplatte unterschrieben – ein Erinnerungsstück, das Jahrzehnte später plötzlich wieder vor mir lag.
Da waren die alten Poesiealben von Schulfreunden, die über all die Jahre mitgezogen sind, ohne jemals einen festen Platz im Regal zu finden.
Und natürlich gab es über die Jahrzehnte hinweg mehrere echte Klassentreffen.
Der eigentliche Funke für das Buch sprang jedoch bei unserem letzten Treffen über. Geplant war ein gemeinsamer Rundgang durch unser damaliges Schulzentrum. Doch ausgerechnet an diesem Tag fand dort die Trauerfeier eines ehemaligen Lehrers statt. Der Besuch war deshalb nicht möglich.
Später saßen wir dennoch in kleiner Runde zusammen, haben gut gegessen, gelacht und über alte Zeiten gesprochen.
Genau dieser Kontrast ließ mich nicht mehr los.
Auf der einen Seite die Erinnerung an eine harmonische Klassengemeinschaft.
Auf der anderen Seite die Frage:
Was wäre, wenn hinter genau denselben Erinnerungen plötzlich etwas Dunkles verborgen läge?
Was würde passieren, wenn eine scheinbar normale Schulzeit von einem Ereignis überschattet würde, über das jahrzehntelang niemand gesprochen hat?
Aus dieser Frage entstand schließlich die Geschichte von „Klassentreffen“.

Realität und Fiktion
Das Buch zeigt ganz bewusst das Gegenteil meiner eigenen Erfahrungen.
Die Figuren, Namen und Ereignisse sind vollständig frei erfunden. Auch wenn viele Namen typisch für die damalige Zeit klingen, gibt es ausdrücklich keine Parallelen zu meinen ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern, zu denen ich teilweise bis heute ein sehr gutes Verhältnis pflege.
Dennoch sind natürlich Eindrücke und Stimmungen aus jener Zeit in die Geschichte eingeflossen:
Die Autorität vieler Lehrer. Die Dynamik innerhalb einer Klasse. Das Gefühl des Erwachsenwerdens. Die Unsicherheiten, Freundschaften und kleinen Konflikte, die fast jede Schulzeit begleiten. Nicht einzelne Menschen wurden zum Vorbild für die Figuren. Es waren vielmehr Erinnerungen, Atmosphären und Fragen.

Von der „Tafel der Schande“ zur „Tafel des Vergessens“
Interessanterweise stand der Titel „Klassentreffen“ bereits fest, bevor ich das erste Wort geschrieben hatte.
Der ursprüngliche Arbeitstitel lautete allerdings: „Die Tafel der Schande“
Erst während der Arbeit am Roman entwickelte sich daraus „Die Tafel des Vergessens“.
Denn letztlich geht es in dieser Geschichte nicht um Bestrafung. Es geht um Erinnerung. Um Verdrängung.
Und um die Frage, was mit Dingen geschieht, die nie wirklich aufgearbeitet wurden.
So entstehen viele meiner Geschichten. Nicht aus einzelnen Personen.Sondern aus Erinnerungen, Stimmungen und Fragen, die irgendwann beginnen, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Ich wünsche dir spannende Stunden in der „Alten Schleuse“.
Und vielleicht fragst du dich danach selbst, welche Erinnerungen wirklich vergangen sind – und welche nur darauf warten, wiedergefunden zu werden...

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